Bestellen WER 6555 2, Erscheinungsjahr: 2003
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Programm der CD
Zur Musik
Klänge, nicht Töne stehen im Mittelpunkt des Denkens von Jörg Widmann. Er reizt ihre Gestaltung in die Extreme aus. Die Spieler sind nicht selten auf die „höchstmögliche“ oder „tiefstmögliche“ Tonlage verpflichtet. Nicht nur eine maximale Differenzierung findet statt, sondern eine Materialerweiterung in bislang ungehörte Bereiche. Dabei ist weniger die Verfeinerung der Palette der Farben um geräuschhafte Wirkungen erstaunlich, sondern der Umstand, dass Widmann beide Pole der Skalen des Klanglichen erweitert. Nicht nur aperiodisch bunte Reizwirkungen, wie immer häufiger anzutreffen, sondern auch die periodisch sanften Pastelltöne terzengeschichteter Akkorde sind vorhanden. Widmann macht an ihnen aber neue Eigenschaften hörbar.
Jörg Widmann „... schreibt Musik, die wie ein Sog ist. Er spielt Klarinette mit einer Hingabe, dass man jeden Ton, jede Nuance gespannt verfolgt." (Abendzeitung München)
„... Widmann gehört als Klarinette spielender Komponist sowieso zu den Lichtgestalten der jungen Szene. Erschöpfend, grandios.“ (Süddeutsche Zeitung)
Für seine kompositorischen Leistungen erhielt Widmann 1999 den Belmont-Preis für zeitgenössische Musik der Forberg-Schneider-Stiftung. Im Jahr 2002 wurde Jörg Widmann der Schneider-Schott-Musikpreis und der Paul-Hindemith-Preis verliehen, gefolgt von einem der begehrten Förderpreise der Ernst von Siemens Stiftung im Jahr 2003.
Lebenslauf (Stand: Erscheinungsjahr der CD)
Jörg Widmann, geboren 1973 in München, erhielt seinen ersten Klarinettenunterricht im Alter von sieben Jahren. Das Klarinettenstudium absolvierte er zunächst an der Musikhochschule in München bei Gerd Starke und später bei Charles Neidich an der Juilliard School of Music in New York. Als Klarinettist gewann er erste Preise beim Carl-Maria-von-Weber-Wettbewerb, München, und beim Wettbewerb deutscher Musikhochschulen, Berlin. 1996 erhielt er den Kulturförderpreis der Landeshauptstadt München sowie 1997 den Bayerischen Staatspreis für junge Künstler.
1999 spielte er die Uraufführung der für ihn geschriebenen Musik für Klarinette und Orchester „Über die Linie II" von Wolfgang Rihm mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Sylvain Cambreling. Dieses Stück führte er auch mit dem Radio-Symphonieorchester Wien, dem Münchner Kammerorchester und dem Royal Philharmonie Orchestra London auf.
Die Kammermusik spielt eine wichtige Rolle im Leben von Jörg Widmann, der regelmäßiger Gast bei zahlreichen Festivals ist, darunter die Berliner Festwochen, der Kissinger Musiksommer, das Kammermusik Festival Schloss Moritzburg und die Musicades Lyon. Er musiziert u.a. mit Natalia Gutman, András Schiff, Heinz Holliger, Christoph Poppen, dem Vogler- und dem Prazak-Quartett.
Seit Oktober 2001 ist Jörg Widmann Professor für Klarinette an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg. Als Dozent ist Jörg Widmann davor mehrfach hervorgetreten. 1993 hielt er erstmals Vorträge und gab Kurse an der Royal Academy of Music in London, später auch an der Musikhochschule in Lissabon und am Konservatorium in Odessa. 2001 widmete ihm das Londoner Royal College of Music als Klarinettist und Komponist ein Festival. Bereits 1984, im Alter von elf Jahren, begann Jörg Widmann mit seinem Kompositionsunterricht bei Kay Westermann, den er später bei Hans Werner Henze, Wilfried Hiller, Heiner Goebbels und Wolfgang Rihm fortsetzte. Für die Münchner Kammerspiele komponierte er 1998/99 Schauspielmusiken zu Shakespeares „Cymbelin" und Euripides' „Hekabe" (Regie: Dieter Dorn). Sein Debüt bei den Donaueschinger Musiktagen feierte er 2001 mit dem Orchesterstück „Implosion".
Seine Werke werden bei Festivals wie dem Lucerne Festival, dem Warschauer Herbst, der Biennale Zagreb, der Münchener Biennale, der EXPO 2000 u.a. aufgeführt. Orchester wie die Staatskapelle Dresden, die Münchener Philharmoniker, das Deutsche Sinfonieorchester Berlin und Ensembles wie das Klangforum Wien und das Ensemble Modern spielen seine Kompositionen. 1999 wurde er mit dem Belmont-Preis für zeitgenössische Musik der Forberg-Schneider-Stiftung, 2002 mit dem Schneider-Schott-Musikpreis und mit dem Hindemith Preis des Schleswig-Holstein Musik Festivals ausgezeichnet. Derzeit arbeitet Jörg Widmann an einer Oper für die Bayerische Staatsoper.
Werkliste (Auswahl, Stand: Erscheinungsjahr der CD)
| 1993 | Kreisleriana | |
| Konzertstück für Violine und Orchester | ||
| 1993 | 180 beats per minute | |
| für Streichsextett | ||
| 1993 | Tränen der Musen | |
| für Violine, Klarinette und Klavier (rev. 1996) | ||
| 1993 | Fantasie | |
| für Klarinette solo | ||
| 1994 | Badinerie | |
| für Flöte solo | ||
| 1995 | Etude I | |
| für Violine solo | ||
| 1996 | Three Rilke fragments | |
| für Sopran, Klarinette, Bassklarinette, Viola, Violoncello und Kontrabaß | ||
| 1996/97 | Fleurs du mal | |
| Klaviersonate nach Baudelaire | ||
| 1997 | Fünf Bruchstücke | |
| für Klarinette und Klavier | ||
| 1997 | Sieben Abgesänge auf eine tote Linde nach Gedichten von Diana Kempff | |
| für Sopran, Violine, Klarinette und Klavier | ||
| 1997 | Arlecchino rabbioso | |
| für selbstspielende Jahrmarktsorgel | ||
| 1997 | Insel der Sirenen | |
| für 19 Streicher und Solo-Violine | ||
| 1997 | K(l)eine Morgenstern-Szene | |
| für Sopran, Schauspieler, russisches Cymbalom und Schlagzeug | ||
| 1997/98 | Streichquartett | |
| 1998 | Duell | |
| für Posaune und E-Gitarre | ||
| 1998 | Nachtstück | |
| für Klavier, Klarinette und Violoncello | ||
| 1998 | Schauspielmusik zu Shakespeares „Cymbelin“ | |
| 1998 | Skizze, Splitter, Mosaik | |
| für Flöte, Harfe und Streichtrio | ||
| 1998/99 | Schauspielmusik zu Euripides „Hekabe“ | |
| 1999 | Fieberphantasie | |
| für Klavier, Streichquartett und Klarinette | ||
| 1999 | Wandrers Nachtlied | |
| für fünf Instrumente und Sopran | ||
| 1999 | Ikarische Klage | |
| für zehn Streicher | ||
| 1999/2000 | ...umdüstert ... | |
| für Kammerensemble | ||
| 2000 | Dunkle Saiten | |
| für Violoncello, Orchester und zwei Frauenstimmen | ||
| 2000 | Passacaglia | |
| für Klaviertrio | ||
| 2000/2001 | Das Echo | |
| Szene für einen Schauspieler, hohe Frauenstimme und neun Instrumente | ||
| 2001 | Fragment in C | |
| für Pianoforte | ||
| 2001 | Lichtstudie I | |
| für Orchester | ||
| 2001 | Implosion | |
| für Orchester | ||
| 2001 | Polyphone Schatten (Lichtstudie II) | |
| für Viola, Klarinette und Orchester | ||
| 2001 | Etude II | |
| für Violoine Solo | ||
| 2002 | Etude III | |
| für Violine Solo | ||
| 2002 | Freie Stücke | |
| für Ensemble | ||
| 2002 | Toccata | |
| für Klavier | ||
| 2002 | Lichtstudie III | |
| für Klavier | ||
| 2002 | ad absurdum. | |
| Konzertstück für Trompete und Orchester | ||


