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    Programm der CD

           
      fallen, fallen ... und liegen und fallen 27:21  
      für Mezzo-Sopran, Akkordeon, Tuba (1988/89)    
    1      No. 1 Blume 04:56 anhören
    2 Buchstabe D (Takt 65) 02:10 anhören
    3 No. 2 Sprachgitter 07:02 anhören
    4 No. 3 Schneebett 01:26 anhören
    5 No. 4 Nacht 03:27 anhören
    6 No. 5 Argumentum e silentio 01:06 anhören
    7 Buchstabe Q (Takt 257) 02:34 anhören
    8 Takt 314 00:47 anhören
    9 Buchstabe T (Takt 268) 02:06 anhören
    10 Zu-Stück denk dir 01:43 anhören
      Christine Whittlesey, Sopran - Teodoro Anzellotti, Akkordeon    
      Daniel Chambard, Tuba - Ltg. Gerhard Stäbler    
           
      Zeitsprünge 16:27  
      für Akkordeon und Schlagzeug (1990)    
    11 Buchstabe A 06:37 anhören
    12 Buchstabe H 06:11 anhören
    13 Buchstabe P 03:38 anhören
      Rainer Römer, Schlagzeug - Teodoro Anzellotti, Akkordeon    
           
      Ungaretti-Lieder 14:15  
      für Stimme und Schlagwerk (1990)    
    14 I Soldaten 07:24 anhören
    15 II Wenn mein Bruder 03:38 anhören
    16 III Landstreicher 02:47 anhören
      Christine Whittlesey, Sopran - Rainer Römer, Schlagzeug    
      Martá Fábián, Cymbalon    
           
           

    Zur Musik

     

    Sein gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein und seine politische Wachheit artikuliert Stäbler in einer überaus vielschichtigen und bedeutungsreichen Musiksprache. Er zielt auf eine universale Semantisierung möglichst aller Momente des Tonsatzes. Stäbler geht höchst genau und konstruktiv mit Musik um und spürt dem Widerhall des Weltlaufs bis ins Material nach.

     

    Das zeigt sich in einem weit gefächerten, originellen Spektrum von Stoffen, Themen und Verfahrensweisen einer Codierung, die ihrerseits die Töne zum Sprechen über die Welt bringt. Emotionale Teilnahme ist Voraussetzung, rational gefasste Stellungnahme ist die Konsequenz. Ernst und Engagement sind dabei oft mit Spielerischem und Witz gepaart.

     

    Durchweg bevorzugt Stäbler allmähliche, konzentrierte Abläufe. Sie basieren mehr auf Parataxe, auf Montage eines Neben- und Nacheinander von verschiedenen Blöcken und Elementen, und weniger auf Hypotaxe, dem Prinzip der Unterordnung und klassisch-organischer Entwicklung.

    Immer wieder öffnet er aber auch die dichte homogene, manchmal fast monadische Struktur seiner Werke für 'Ausblicke' nach draußen, für 'Realien', für Einsprengsel von Heterogenem: sei es in Gestalt von dokumentarischem 'Originalton' oder von musikalischen Zitaten, die er als Fremdes und Anderes kenntlich macht - so etwa eindringlich in der Tonband-Schicht der Celan-Gesänge. Wie in einem Kippbild wechselt dann, je nach Blickwinkel, die Hervorhebung der drastischen Realien oder der subtileren mikrologischen Abläufe.

    Hanns-Werner Heister

     

     


    Lebenslauf (Stand: Erscheinungsjahr der CD)

         
    1949        Geboren in Wilhelmsdorf
         
    1968-74   Studium an der Nordwestdeutschen Musikakademie Detmold und an der Folkwanghochschule Essen, Komposition bei Nicolaus A. Huber, Orgel bei Gerd Zacher
         
    1982   "Cornelius Cardew Memorial Prize", London
         
    1983   Arbeit am Computermusik-Zentrum der Stanford University/USA
         
    1982-84   Lehrauftrag für Musiktheorie an der Folkwanghochschule Essen
         
    1985-86   Kompositionsstipendium der "Heinrich-Strobel-Stiftung" des Südwestfunks
         
    1986-87   "Djerassi-Artist-in-Residence", USA
         
    ab 1986   Veranstaltung des Festivals "Aktive Musik" im Ruhrgebiet
         
    1987   "Die Spieldose" als offizieller Beitrag der Bundesrepublik Deutschland bei den Weltmusiktagen in Frankfurt
         
    1988   Gastdozent in den USA und der Republik Korea
         
    1989   Gastprofessur an der University of Illinois Urbana
         
    1990   Gast des Festivals "Composer-to-Composer" in Telluride/USA und bei den "Internationalen Ferienkursen für Neue Musik" in Darmstadt, "Prix de la Ville de Digne-les-Bains"
         
    1991   mehrwöchige Konzert- und Vortragsreise nach Japan und Korea, Veranstaltung des Festivals für Neue Musik im Ruhrgebiet "Mit Stimmen"
         
    1992   Composer in residence an der Nord Western University Chicago
         
         

    Werkliste (Auswahl, Stand: Erscheinungsjahr der CD)

         
    1972/73   drüber...
        für 8 aktive Schreier, Cello und Tonband
         
    1982   Das Sichere ist nicht sicher
        für Kammerensemble
         
    1984   Wirbelsäulenflöte
        für Objekte von Th. Rother und verschiedene Instrumente
         
    1984/85   Schatten wilder Schmerzen
        mehrmediale Orchesterkomposition
         
    1984/85   Die Spieldose
        Performance für Schlagwerk, Videos und Tonband
         
    1986   Warnung mit Liebeslied
        für Harfe, Akkordeon und Glasschlagwerk
         
    1986   Californian Dreams
        für Akkordeon solo
         
    1986/88   Ruck-Verschie/oben Zuck-
        für Orchester mit obligatem Akkordeon
         
    1987/88   ... strike the ear ...
        für Streichquartett
         
    1988/89   fallen, fallen ... und liegen und fallen
        für Sopran, Tuba, Akkordeon und Tonband
         
    1989/90   Affiliert
        für Kammerensemble
         
    1989/90   Den Müllfahrern von San Francisco
        für Ensemble
         
    1989/90   Co - wie Kobalt
        für Kontrabass solo und großes Orchester
         
    1990   Ungaretti-Lieder
        für Stimme und Schlagwerk
         
    1990   Zeitsprünge
        für Akkordeon und Schlagzeug
         
    1991   Sünde. Fall. Beil.
        Eine königliche Oper in 5 Akten
         
    1992   TRAUM 1/9/92
        für Saxophon, Violoncello, Klavier und Ensemble
         
    1992   O Muro
        für Sopran, Trommeln, Glas und Eis
         
    1992   Die Nacht sitzt am Tisch
        für Klarinette, Bassklarinette, mit Glaskugeln, Blecheimern und Stimme
         
         



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