Bestellen WER 6521 2, Erscheinungsjahr: 1993
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Programm der CD
Zur Musik
Falsch wäre es, Platz als einen "typisch deutschen" Komponisten etikettieren zu wollen. Gerade dies ist er am allerwenigsten: Seine Musik spricht die internationale Sprache des Kosmopoliten mit stark frankophiler Neigung. Man mag dies biografisch deuten, denn Platz stammt aus dem Südwesten Deutschlands und hat die andere Rheinseite stets im Auge gehabt.
Man kann jedoch in dieser Affinität eine geistige Haltung entdecken, die Formbewusstsein auf den Boden von Pragmatik einerseits und neuesten technischen Errungenschaften andererseits gründet.
Auch wenn sich die Avantgarde mit ihrem Fortschrittsglauben längst verabschiedet hat, so gehört Platz nicht zu jenen Komponisten, die darob in hilfloser Resignation verharren oder die Flucht nach hinten einschlagen. Der Weltschmerz ist nicht seine Domäne.
Vielmehr greift Platz die Möglichkeiten neuer Techniken produktiv auf, ohne dem Materialfetischismus der einstigen Avantgarde zu verfallen.
Platz schreibt eine Musik, die nach wie vor vom Subjekt geprägt ist, auch wenn ihre eher "objektive" Klangfarbe den Komponisten als diskreten Menschen verrät, der seine Musik am liebsten vor ihn selbst treten lässt. Bekenntnismusik sucht man bei Platz vergebens.
Lotte Thaler
Lebenslauf (Stand: Erscheinungsjahr der CD)
| 1951 | geboren in Baden-Baden | |
| 1971 | Studium bei Wolfgang Fortner | |
| 1973 | Studium bei Karlheinz Stockhausen | |
| 1977 | Dirigierexamen bei Francis Travis | |
| 1978-79 | Stipendium der Heinrich-Strobel-Stiftung des SWF; lebt längere Zeit in den USA | |
| 1979 | Lebt in Paris (Stipendium des Kultusministeriums Baden-Württemberg) | |
| 1980 | IRCAM-Computerkurs für Komponisten; Gründung von Ensemble Köln; Beginn der Dirigiertätigkeit; seitdem Gastdirigate bei Ensembles wie Avanti, 2E2M, Ensemble Modern, Kölner Rundfunk-Sinfonieorchester, Ensemble Marstall der Bayerischen Staatsoper und bei Festivals wie Musik der Zeit (WDR), Musica Strasbourg, Rencontres Metz, Donaueschingen, Holland Festival, Salzburger Festspiele, Helsinki Festival etc. | |
| 1981 | Förderpreis der GEMA-Stiftung | |
| 1982 | Förderpreis der Stadt Köln | |
| Kranichsteiner Musikpreis | ||
| 1983 | 1. Preis Ensemblia Mönchengladbach | |
| 1984 | Dozent der Darmstädter Ferienkurse (auch 86, 88, 90, 92) | |
| 1985 | Preisträger Wettbewerb "Junge Generation in Europa" | |
| 1987 | B. A. Zimmermann-Preis der KGNM (Köln) | |
| 1989 | Lebt im Künstlerhof Schreyahn | |
| 1990 | Composer-in-Residence Villa Serbelloni | |
| 1992 | Einladung der Japan-Foundation nach Japan | |
Werkliste (Auswahl, Stand: Erscheinungsjahr der CD)


