Bestellen WER 6531 2, Erscheinungsjahr: 1995
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Programm der CD
Zur Musik
Der von Hans Werner Henze und Klaus Huber ausgebildete Komponist Detlef Heusinger gehört einer Generation an, die nicht auf eine verbindliche kompositorische Sprache zurückgreifen kann. Für ihn präsentiert sich Serielles oder Postserielles gleichberechtigt neben Neuer Einfachheit, Neuer Wildheit, neben Minimalismus und Postmoderne.
Der Titel der Komposition "Von Insel zu Insel" ist durch ein gleichnamiges Gedicht von Peter Weiss inspiriert. Heusinger übertrug das Bild eines suchenden Wanderns auf die musikalische Form. "Inseln" sind in diesem Werk zum einen vier Instrumentalgruppen mit jeweils ihnen eigenen Klangeigenschaften, andererseits aber auch den einzelnen Gruppen zugeordnete musikalische Figuren, die im Verlauf des Stückes in immer neuen Mischungen erscheinen.
Bei der "1. Kurzen Szene", einem Ausschnitt aus der Komposition Totem + Tabu wird deutlich, wie das Komponieren in Mikrointervallen, mit Vierteltönen, die Suche nach neuen musikalischen Zusammenhängen, nach der Erweiterung harmonischer Ordnung für Heusinger zusehends in den Mittelpunkt kompositorischen Interesses rückt.
In "Ellipsis" wird dieser Traum von harmonischen Zusammenhängen jenseits tradierter Harmonik fortgesponnen. Die Suite "TURM-STÜCKE" ist aus Heusingers Oper "Der Turm" nach Peter Weiss entstanden; sie ist jedoch mehr als eine bloße Zusammenstellung der Introduktion und der Zwischenspiele, obwohl mehrere Teile ungekürzt in sie einfließen. Die Polystilistik erscheint hier als Ausdruck eines Ringens nach musikalischer Freiheit, auch als Ausdruck der Lust an Tabuverletzung.
Lebenslauf (Stand: Erscheinungsjahr der CD)
Geboren 1956 in Frankfurt am Main.
Studierte Gitarre, Laute, Dirigieren, Musikwissenschaft und Komposition in Bremen, Köln und Freiburg. Wichtigste Lehrer waren FrancisTravis (Dirigieren), Luciano Ortis, Hans Werner Henze und Klaus Huber (Komposition).
Erhielt für seine kompositorische Arbeit mehrere Preise (u.a. die Förderpreise der Städte Bremen und Stuttgart) und Stipendien (der Kunststiftung Baden-Württemberg, der Heinrich-Strobel-Stiftung, der Darmstädter Ferienkurse, des Atelierhauses Worpswede, der Steinbrenner Stiftung der Dramatiker Union und der Cité des Arts).
Beteiligte sich zum Teil mit Auftragswerken bei Festivals wie den Darmstädter Tagen für Neue Musik, pro musica nova Bremen, Steirischer Herbst, Prestaigne Festival (GB), Darmstädter Ferienkurse, Schleswig Holstein Festival, Settembre Musica/Anti Dogma Festival Turin, Dresdner Tagen für neue Musik und den Berliner Festwochen.
Unterrichtet seit 1990 an der Hochschule für Künste in Bremen und leitet eine Dirigierklasse bei der Mürztaler Musikwerkstatt. Außerdem ist er als Regisseur im Tanztheater- und Opernbereich tätig.
Lebt als freischaffender Komponist in Bad Soden.
Werkliste (Auswahl, Stand: Erscheinungsjahr der CD)
| 1980 | Todesfuge | |
| für Bariton, Gitarre und Streichquartett | ||
| 1982 | Aufstieg | |
| für 12 Instrumente | ||
| 1982 | Materialermüdung | |
| für 2 Klaviere | ||
| 1983/87 | Stückwerk | |
| für Gitarre | ||
| 1983 | Spiel der Zeit | |
| für Sopran, Bariton und Kammerorchester | ||
| 1984/86 | OXYMORA-ANAPHORA-EPIPHORA | |
| für Klavier | ||
| 1985 | Spuren-Elemente | |
| für Gitarre | ||
| 1986 | Von Insel zu Insel | |
| für 10 Instrumente | ||
| 1988 | Der Turm | |
| Musiktheater für 6 Sänger, 2 Tänzer, 24 Instrumente und Live-Elektronik | ||
| 1988 | Ellipsis | |
| für kleines Orchester | ||
| 1989 | Noema | |
| für Flöte und Gitarre | ||
| 1990 | Rossini A.D. | |
| Kammeroper für 3 Sänger, 5 Tänzer und Kammerorchester | ||
| 1991 | TURM-STÜCKE | |
| für Orchester und Live-Elektronik | ||
| Orchestersuite aus der Oper "Der Turm" | ||
| 1992 | Totem + Tabu | |
| für Ballett, Sopran, 6 Violoncelli und 4 Schlagzeuger | ||
| 1992 | Volx-Muzak | |
| Tanztheater | ||
| für Saxophon, Klarinette, Akkordeon und 2 Schlagzeuger | ||
| 1994 | Pandora I + II | |
| für Streichquartett | ||
| 1995 | Herzlieb | |
| für 2 Soprane und kleines Orchester | ||


