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    > Programm der CD         > Notiz zur Musik        > Lebenslauf

     

    Weitere Informationen zu Oliver Schneller erhalten Sie auf den
    Seiten des Deutschen Musikinformationszentrums.


           
           
           
    1 Aqua Vit (1999) 07:10  
      für acht Instrumente    
      Ensemble Court-Circuit    
      Leitung: Pierre-André Valade    
           
    2 Trio (1998) 09:15  
      für Akkordeon, Cello und Klavier    
      ensemble mosaik    
           
    3 Five Imaginary Spaces (2001) 10:13  
      für Klavier und Live-Elektronik    
      Heather O'Donnell, Klavier    
           
    4 Stratigraphie I (2006) 10:57  
      für sechs Instrumente und Live-Elektronik    
      ensemble unitedberlin    
      Leitung: Titus Engel    
           
    5 Resonant Space (2005) 10:05  
      für zwei Klaviere, zwei Schlagzeuger und Live-Elektronik    
      ensemble mosaik    
           
    6 Stratigraphie II (2010) 12:36  
      für sechs Instrumente und Live-Elektronik    
      Ensemble Cairn    
      Leitung: Guillaume Bourgogne    
           

    Zur Musik:

     

    Ein Waldbach, ein Wort bei Joyce, Schiffshörner vor Beirut, architektonische Konzepte – es sind oft nichtmusikalische Muster, Modelle, Funde, von denen der Komponist Oliver Schneller ausgeht, das „Lied in allen Dingen“ suchend. Von den Vogelrufen Messiaens und den Sternkartentönen Cages ist er dabei gleichermaßen weit entfernt. Weder schreibt er Musik als „Bekenntnis“, noch will er den Autor abschaffen. Schneller, der unter anderem bei Tristan Murail studierte, unterzieht etwa das Plätschern eines Waldbachs einer Spektralanalyse und macht daraus in „Aqua Vit“ eine ganz autarke, artifizielle Partitur. 

    Immer wirken Schnellers genau austarierte Stücke stringent und offen zugleich, und oft rufen sie im Hörer überraschende Assoziationen hervor. Aus einem mikrointervallischen Kanon für Klavier und Live-Elektronik kann da ein Meer von Glocken werden, aus einem Streichtrio ein Endzeitszenario. 1966 in Köln geboren, gehört Oliver Schneller zu einer Komponistengeneration, die den Computer selbstverständlich als ein Mittel unter anderen nutzt; davon zeugen auch Klanginstallationen wie die polyphone Städtecollage „Polis“ im Berliner Gropiusbau. In seinen jüngsten Werken entdeckt Schneller – 2010 mit dem Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung ausgezeichnet – sich selbst als Subjekt. Indessen ist etwa „Stratigraphie“ das archäologische Modell einer Selbsterkundung, nicht deren Ausbeute. Auch hier ist in seiner Musik, im Eigenleben der Klänge Raum für die Erfahrungen und Emotionen der Hörer – und für magische Momente.

     

    Volker Hagedorn


    Lebenslauf (Stand: Erscheinungsjahr der CD)

     

    Oliver Schneller (*1966 in Köln) studierte Musik- und Politikwissenschaft in Bonn
    und anschließend Komposition bei Lee Hyla am New England Conservatory in Boston und bei Tristan Murail an der Columbia University in New York, wo er 2002 mit einer Arbeit über Musik und Architektur promovierte. Als Assistent von Murail unterrichtete er an der Columbia University Komposition, Computermusik und Psychoakustik. Es folgte die Rückkehr nach Europa, genauer Frankreich: Als compositeur en recherche arbeitete er von 2002 bis 2004 am Pariser IRCAM – Centre Pompidou.

     

    Oliver Schnellers Werke wurden und werden auf internationalen Festivals in Europa, den USA und Asien aufgeführt u.a. vom Ensemble Intercontemporain, der musikFabrik, dem ensemble recherche, Court-Circuit, dem SWR Radiosinfonieorchester, Avanti!, Speculum musicae, dem ensemble mosaik und im Rahmen der „Frankfurt 2000“-Reihe des Ensemble Modern. Kompositionsaufträge und Uraufführungen erfolgten u.a. bei den Wittener Tagen für Neue Kammermusik, bei Wien Modern, der Münchener Biennale, der MaerzMusik Berlin, den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik Darmstadt, bei Ars musica (Brüssel), Tanglewood, Ultraschall, Musica Strasbourg, Agora (Paris), Musicacoustica (Peking), International Computer Music Conference (Singapur) und Takefu (Japan).

     

    Seit 2004 arbeitet Schneller mit bildenden Künstlern und Architekten zusammen, darunter Alexander Polzin, Christoph Brech, Curtis Anderson und Iris Dupper. Als Saxo phonist spielte er gemeinsam mit Tan Dun, Lukas Foss, Ned McGowan, Steve Drury und Bernhard Lang und war Mitglied in so unterschiedlichen Forma tionen wie der George Russell Bigband, dem Tanglewood Symphony Orchestra und dem Gustav Mahler Jugendsinfonieorchester unter der Leitung von Seiji Ozawa.

     

    Zusammen mit Jean-Luc Hervé und Thierry Blondeau gründete Schneller 2006 die Komponistengruppe „Biotop“. 2008 war er zusammen mit Carsten Gerth Initiator des SinusTon Festivals Magdeburg.

     

    Das vielseitige musikalische Schaffen Oliver Schnellers wurde bereits mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen bedacht, darunter ein Stipendium der Deutschen Akademie Rom, Villa Massimo, der Paul Fromm Award der Harvard University, das Benjamin Britten Fellowship Tanglewood, ein Stipen dium des Experimentalstudios des SWR und ein Reid Hall Stipendium der Columbia University sowie der Komponistenpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung.

     

    http://www.oliverschneller.net




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