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    > Programm der CD         > Notiz zur Musik        > Lebenslauf

     


           
    1 Nuit de Mars (2009)    
      für Flöte, Oboe, Klarinette, Mandoline, Gitarre, Harfe, Klavier, Schlagzeug, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass    
      Ensemble Modern    
      Leitung: Kasper de Roo    
           
    2 Voci (2008-2011)    
      für Föte, Klarinette, Frauenstimme, Violoncello, Kontrabass, Akkordeon, Schlagzeug und Zuspielband    
      Jamilia Jazylbekova, Gesang    
      Ensemble Modern    
      Leitung: Kasper de Roo    
           
    3 Aspan (2004)    
      für Ensemble    
      Ensemble Modern    
      Leitung: Kasper de Roo    
           
    4 Le refus de l'enfermement IV (2005)    
      für Flöte, Klarinette, Fagott, Viola, Violoncello und Kontrabass    
      Ensemble Modern    
      Leitung: Kasper de Roo    
           
    5 Aikyon (2005)    
      für Violoncello und CD    
      Eva Böcker, Violoncello    
           

    Zur Musik:

     

     

    Obwohl sich Jamilia Jazylbekova ihrem Herkunftsland Kasachstan sehr verbunden fühlt, lässt sie sich schöpferisch nicht auf die dortige Musikkultur reduzieren. „Das Spannende und Neue an ihrer Musik ist ihre unverwechselbare Sprache“, konstatiert der Dirigent Kasper de Roo, der die Porträt-CD mit dem Ensemble Modern im Deutschlandfunk einspielte. In unterschiedlichen Besetzungen und breiten Ausdrucksspektren leuchtet diese „unverwechselbare Sprache“ in den fünf Werken der CD auf: In Voci („Stimmen“), dessen Vokalpart Jazylbekova selbst gestaltet, verwandeln sich anrührend liedhafte Züge in die exponierte Geste eines Schreis, und in Aspan („Himmel“) verdichten sich bizarre Blechbläserfigurationen zu Klangballungen, die sich trotz ihrer Insistenz wie Traumbilder rasch wieder auflösen.

     

    Roh und fragmentarisch anmutende Klänge korrespondieren mit strukturellen Elementen, wobei auch, so in Le refus de l’enfermement IV, Intensitäts- und Dichteproportionen innerhalb des Tonsatzes in den Fokus rücken. Jedes einzelne Instrument sieht Jazylbekova als eigenes „Wesen“ an, das vom Interpreten zum Leben erweckt wird. Auch in Nuit de Mars und Aikyon verfolgt sie nicht das Ideal eines „reinen schönen Klanges“, sondern bezieht auch „Verschmutzungen“ ein: „so wie das Wasser eines Bergflusses, auf dessen Grund man Pflanzen, Steine und Erde sieht. Die Beimischungen im Wasser entsprechen dem Geräuschanteil im Klang.“

     

    Egbert Hiller


    Lebenslauf (Stand: Erscheinungsjahr der CD)

     

    Jamilia Jazylbekova wurde 1971 in Kaskelen/Kasachstan geboren. Von 1980 bis
    1989 studierte sie an der Staatlichen Musikschule in Almaty im Hauptfach Querflöte und Klavier. Anschließend ging sie nach Moskau, um dort am Tschaikowsky Konservatorium bei Nikolai Sidelnikov und Vladimir Tarnopolski Komposition zu  studieren. 1995 bis 1997 war sie Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und setzte bis 2002 ihre Kompositionsstudien bei Younghi Pagh-Paan an der Hochschule für Künste in Bremen fort. Darüber hinaus studierte sie Analyse und elektronische Komposition bei Günter Steinke und Gesang bei Maria Kowollik.

     

    Ihre Werke wurden auf zahlreichen Festivals in Europa, den GUS-Staaten, in
    Kanada sowie den USA aufgeführt, u.a. von Arditti String Quartet, Ensemble Mo-
    dern, Oslo Sinfonietta, Ensemble Aventure, Klangforum Wien, Le Nouvel Ensemble Moderne, ensemble mosaik, Remix Ensemble und Quatuor Diotima. 
    Kompositionsaufträge erfolgten durch Theater und Philharmonisches Orches-
    ter der Stadt Heidelberg, MaerzMusik Festival, Deutschlandfunk, Deutsche Kam-
    merphilharmonie Bremen, Ensemble Remix und Casa da Música Porto, Imago-
    Dei Festival Krems, Berliner Biennale, Berliner Senat, Bremer Senat, Ensemble
    Courage, Ensemble Intégrales, Nieuw Ensemble, de ereprijs orkest, Stadt Oldenburg, International Gaudeamus-Music-Week, Basler Musikmonat 2001.

     

    Jamilia Jazylbekova arbeitet nicht nur als Komponistin, sondern ist auch als
    Vokalistin, Flötistin und Pianistin tätig.




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